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4.2 Musterkriterien

Der zunächst naheliegende Gedanke, die bereits eingeführte meßbare Winkelbreite hierfür heranzuziehen, stößt auf die Schwierigkeit, daß die Berechnung der Gütekurve für ein einzelnes Muster zu lange dauert. Prinzipiell ist es mit diesem Kriterium zwar möglich, gut geeignete Muster aufzufinden, für die Praxis aber ist dieses Verfahren bei gegenwärtiger Hardwareausstattung zu langsam.4.1

Ein weiterer naheliegender Gedanke ist, die Halbwertsbreite des Hauptmaximums der Autokorrelation des Musters zu verwenden. In der bisherigen Ausführung des VOG-Systemes wird die Auswahl des Musters vom Anwender vorgenommen. Zur Unterstützung wird nach erfolgter Auswahl die Autokorrelationskurve des gewählten Musters dargestellt, und wie sich in der Praxis zeigt, wählen die meisten Anwender intuitiv Muster, deren Autokorrelations-Hauptmaximum schmal ist, und deren Nebenmaxima nur schwach ausgeprägt erscheinen. Diese intuitive Auswahl entbehrt allerdings bislang einer Begründung.

Zusätzliche Komplikationen ergeben sich durch die Tatsache, daß bei einer Messung Irisbereiche eine Rolle spielen, die in die Berechnung der Autokorrelationsfunktion nicht einfließen. Eine Drehung des Auges in Torsionsrichtung führt dazu, daß sich das ausgewählte Irissegment unter der Kamera wegdreht. Dabei geraten Teile der Iris, die nicht zum ausgewählten Segment gehören, auf dessen Position. Bei der Bildung der Kreuzkorrelation von ungedrehtem Irismuster und dem Muster auf dem gedrehten Auge verändert sich die Form der Korrelationskurve gegenüber der Autokorrelation abhängig von Größe und Aussehen dieser eingeschobenen Iristeile.

Ein geringe Halbwertsbreite der Autokorrelationsfunktion kann also nicht das einzige Kriterium sein - wenn sie sich überhaupt als solches eignet.

Falls die Halbwertsbreite sich nicht als Kriterium eignen sollte, hofften wir, Angaben über Raumfrequenzverteilungen machen zu können, denen die Frequenzverteilung eines guten Musters ähneln muß, um dann über Wavelet-Verfahren ein schnelles räumliches Auffinden dieser Muster zu bewerkstelligen.

Wünschenswert wäre weiterhin, daß kleine Fehler in der Messung der 2-D-Augenposition, die zum Auslesen eines auf der Iris leicht verschobenen Segmentes führen können, die Messung nicht unmöglich machen, das heißt, daß die Iris an der Stelle eines guten Musters zusätzlich in radialer Richtung möglichst wenig variieren sollte. Dies würde auch die in Kapitel 3 untersuchten Fehler aufgrund der endlichen Belichtungszeit verringern.


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1999-04-24