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8.4 Achsen des Auges

Man unterscheidet beim theoretischen Auge zwischen wenigstens drei verschiedenen Achsen, die wie folgt definiert sind (die Lage der Achsen kann Abbildung C.2 entnommen werden.):

Die Optische Achse
ist jene, auf der näherungsweise die verschiedenen brechenden Oberflächen des Auges, also von vorne nach hinten, die beiden Oberflächen der Cornea und die Oberflächen der Linse, angeordnet gedacht werden können.

Die Pupillenachse
verläuft senkrecht durch die Oberfläche der Cornea und den Pupillenmittelpunkt.

Die visuelle Achse
bezeichnet die Linie, die durch den Fixationspunkt und den Objektknotenpunkt8.1 verläuft. Sie trifft in der Fovea auf die Netzhaut.


  
Abbildung C.2: Die verschiedenen Achsen des Auges, aus [Le Grand 1980]. Die Winkel sind stark übertrieben, um die Geometrie deutlicher zu machen.
\includegraphics[height=6cm]{Bilder/achsen.eps}

Aufgrund dieser Darstellung ist ersichtlich, daß die optische Achse des Auges und die visuelle Achse nicht zusammenfallen. Der physiologische Grund hierfür ist die Abweichung der Lage der Fovea vom Schnittpunkt der optischen Achse mit der Netzhaut.

Dies führt dazu, daß die tatsächliche Richtung der visuellen Achse um 4 bis 8 Grad von der Richtung der optischen Achse abweicht. Die unmittelbare Folge dieser in den Meßalgorithmen bislang nicht berücksichtigten Abweichung ist ein statischer Offset in den Winkelstellungen des Auges, der zu einem Fehler in der Kalibration und Messung führen kann.

Bislang ist die Größe dieses Fehlers nicht untersucht worden. Seine Behebung würde die Einführung eines weiteren Parameteres in der Kalibration erfordern, was vermutlich die Stabilität der numerischen Algorithmen verringern würde. Obwohl also vom theoretischen Standpunkt aus eine Kalibration der Abweichung der Blickrichtung von der optischen Achse einbezogen werden müßte, ist es sehr wahrscheinlich, daß der Fehler klein genug ist, ihn zunächst hintanzustellen, solange andere, größere Probleme noch der Lösung harren.

An einer Untersuchung zu seiner theoretisch zu erwartenden tatsächlichen Größe dürfte allerdings dennoch nichts vorbeiführen.


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1999-04-24