begin "Spieler";

Die Augenlider sanken ihm herab, doch noch einmal raffte er sich auf: er war der Spieler. Es war seine Aufgabe, wenngleich vielleicht er einer derjenigen war, deren Aufgabe am unklarsten war. Sicherlich eine Folge sowohl seiner Jugend als auch des Umstandes, daß es so viele von ihm gab. Gerade jetzt stand er über den Battle-Net-Server im Kontakt mit zahlreichen anderen; Spielern wie ihm.

Die Anzeige flimmerte vor seinen Augen. Eben hatte Spieler1 ein neues Spiel geöffnet, das interessant zu werden versprach. Der Spieler loggte sich mit Namen und Passwort ein und sah, daß auch Spieler13 schon da war. Die beiden standen gemeinsam beim Schmied, Spieler2 schien gerade kaufen zu wollen und Grisworld leierte seinen üblichen Spruch "Now, what can I do for ya?" herunter, da geschah es. Die Figur des neuen Spielers zog ein Schwert - das war in der Stadt eigentlich unmöglich - und gleichzeitig tauchte eine Message am oberen Bildschirmrand auf: 

Spieler13: JETZT BIST DU DRAN!

Dann holte die Figur von Spieler13 (ein Magier in schimmerndem Kettenhemd) mehrfach weit aus und erschlug Spieler1, während er mit dem Schmied verhandelte. Der Spieler saß mehr verblüfft als erschrocken vor seinem Computer und murmelte anerkennend: "Wie hat er das gemacht?"

Spieler13 has left the game

Achselzuckend kontrollierte des Spieler seine Ausrüstung und betrachtete dann den Leichnam von Spieler1 eine Weile. So etwas kam vor, offenbar hatte Spieler13 sich in den Code des Spieles gehackt, aber Playerkilling war für ihn nichts neues. Er wartete darauf, daß Spieler1 ein neues Spiel starten würde, doch als das nach einer Weile immer noch nicht geschehen war, gähnte er und beschloß in der Stimmung verdichteter Müdigkeit, die darauf folgte, Spieler1 seinem Schicksal zu überlassen. Er loggte sich aus, fuhr den Computer herunter und legte sich schlafen.
Noch einmal machte er nach einigen Minuten Licht, kontrollierte die Uhrzeit (halb vier, seufzte er) und stellte den Wecker auf acht.